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Kaiser Vespasian - Geld stinkt nicht

Zeitpunkt:
70er
Typ: Geldwesen und Wirtschaft (GW)
Euro Wert: 7,92

Kaiser Vespasian (69-79 n. Chr.) soll die Besteuerung des Urins eingeführt haben, den Handwerker zum Gerben von Leder aus öffentlichen Latrinen (Toiletten) für ihr Gewerbe bezogen.

Als sein Sohn Titus diese Steuer kritisiert, hält ihm Vespasian Geldstücke aus dieser Steuer unter die Nase und fragt ihn, ob er einen unangenehmen Geruch bemerke. Als Titus verneint – und somit bestätigt, dass das Geld nicht stinkt, – kontert sein Vater: atquin e lotio est („Und doch ist es vom Urin“). Diese Episode ist beim römischen Autor Sueton (1./2. Jahrhundert n. Chr.) überliefert, der über das Leben römischer Kaiser berichtet und unter anderem Geschichten über den Einfallsreichtum des Kaisers Vespasian erzählt, die Staatseinnahmen zu vermehren.
9_Vespasian_01__Custom_.jpg Vespasian Bild-copyright

Das Sprichwort pecunia non olet oder kurz non olet („Geld stinkt nicht“ bzw. „Es stinkt nicht“) wird heute als Rechtfertigung fragwürdiger Einnahmequellen verwendet. Die Herkunft der Wendung ist nicht geklärt, leitet sich aber von dieser Episode her.

Auch die Bezeichnung „Vespasienne“ für öffentliche Toiletten in Paris soll sich auf diese Erzählung beziehen.

(BG)

Sueton, De Vita Caesarum Libri (dt. „Cäsarenleben“), Vespasian 23.

Klaus Bartels, Veni Vidi Vici, Geflügelte Worte aus dem Griechischen und Lateinischen, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main, Artemis Verlag, Zürich – München 1989, S. 116f.



Abkürzungsverzeichnis


Münze von Vespasian
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Zitat:

Atqui, e lotio est.

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