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Nero wird römischer Kaiser

Zeitpunkt:
54
Typ: Politik und Staatswesen (PS)
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Nero gehört zu den Persönlichkeiten der Geschichte, die sowohl von den antiken Autoren wie in der modernen Literatur sehr unterschiedlich bewertet werden, und die „Stoff“ für eine künstlerische Verarbeitung (z.B. Oper, Roman, Film) bieten.

Der antiken Überlieferung nach soll Kaiser Nero, geboren 37 n. Chr. als Lucius Domitius Ahenobarbus in Antium, Italien, aufgrund der Bestrebungen seiner ehrgeizigen Mutter Julia Agrippina an die Macht gelangt sein. Nach dem Tod ihres Mannes heiratet sie Kaiser Claudius. Als Nero von ihm adoptiert und im Alter von 16 Jahren mit dessen 12jähriger Tochter vermählt wird, soll Julia Agrippina Claudius umgebracht haben. Aufgrund der Unterstützung durch seine Mutter wird Nero 54 n. Chr. durch die Praetorianer zum Kaiser ausgerufen und erhält vom Senat die entsprechende Amtsgewalt. Von diesem Zeitpunkt an lautet sein Name Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus.

In antiken Quellen wird Nero vorwiegend negativ charakterisiert: er erscheint als Kunstliebhaber, Muttermöder und grausamer Herrscher, der sich wenig um die militärischen Belange kümmert.

Bekannt ist der große Brand in Rom im Jahr 64 n. Chr., der viele Teile der Stadt zerstört. Nero selbst soll den Brand befohlen haben, schreiben Sueton (1./2. Jahrhundert n. Chr.) und Tacitus (um 55-115 n. Chr.). Während Sueton nichts von Christen in diesem Zusammenhang berichtet, nennt Tacitus eine Gruppe, die vom Volk „Chrestiani“ bezeichnet wird und ihren Namen von einem Mann namens Christus herleitet, der unter Tiberius auf Veranlassung des Pontius Pilatus hingerichtet wurde. Nero soll – so Tacitus – um von sich selbst abzulenken, diese („Chrestiani“) der Brandstiftung bezichtigt haben, die dann aber vielmehr aufgrund „ihres Hasses gegen das Menschengeschlecht“ verurteilt worden seien. Im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt lässt Nero die „domus aurea“ („Goldenes Haus“), eine Palastanlage mit technischen Raffinessen und Luxus – ein Teil ist noch erhalten – errichten.

Die „domus aurea“ wird nach seinem Tod (68 n. Chr.) teilweise zerstört und andere Bauten werden an ihrer Stelle errichtet. Anstatt des Sees, der zu dem Anwesen gehörte, lässt Kaiser Vespasian das „amphitheatrum Flavium“ (das sogenannte „Kolosseum“) erbauen.

Im Jahr 65 n. Chr. versuchen Gegner des Kaisers eine Verschwörung gegen ihn (sog. Pisonische Verschwörung – diese wird aber verraten. Als Grund dafür werden die Verletzung gesellschaftlicher Normen sowie die Morde an Neros Mutter, seiner Frau und an einigen Senatoren angeführt.

68 n. Chr. erklärt der Senat schließlich den Kaiser zum Staatsfeind. Da Nero auch nicht mit der Unterstützung des Heers rechnen kann, flieht er mit Freigelassenen und begeht Selbstmord. Nach der Beisetzung der Asche seines verbrannten Leichnams verhängt der Senat die „damnatio memoriae“ („Verdammung der Erinnerung“) über Nero. Diese Anordnung hat zur Folge, dass jedes Bildnis der betroffenen Person entfernt oder umgearbeitet und der Name aus Inschriften getilgt werden muss.

(BG)

Werner Eck, s.v. Nero, in: Der Neue Pauly 8, Stuttgart – Weimar 2000, Sp. 851-855.

Walter Eder, s.v. Nero (Nachleben), in: Der Neue Pauly 8, Stuttgart –Weimar 2000, Sp. 854.

Jürgen Malitz, Nero, C.H.Beck, München 1999.


Abkürzungsverzeichnis


Nero im Circus
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Welch ein Künstler geht mit mir zugrunde.
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