vorheriger Meilenstein | nächster Meilenstein

"Schwarzer Donnerstag" - Weltwirtschaftskrise

Zeitpunkt:
24.10.1929
Typ: Geldwesen und Wirtschaft (GW)
Euro Wert: 5.794.373.103.518.446.899.942.820,48

Am Donnerstag, den 24. Oktober 1929, verzeichnete die New Yorker Börse für ihren Dow Jones Index einen Rekordverlust von 13 Prozent. Panikverkäufe - 13 Millionen Wertpapiere, das Dreifache der üblichen Menge, wechselten die Besitzer – und die Vernichtung immenser Reichtümer waren die Folge.

Der Tag darauf, der 25., ging als schwarzer Freitag in die Geschichte ein:

die Banken warfen ihre letzten Reserven ab, um die Kurse hoch zu treiben, doch der crash ließ nicht lange auf sich warten. Die Börsenmakler rissen die Banken, die ihnen Geld geliehen hatten, schnell mit in den Ruin! Die Geldinstitute hatten ihre Aktiva weitgehend mit Aktien bestückt, die nun nichts mehr wert waren und sie in die Zahlungsunfähigkeit trieben.

Der Beginn der folgenden Woche brachte den Kollaps und für Tausende von Kleinaktionären, Hunderttausende Sparer und Millionen von Arbeitnehmern begann ein Alptraum. Der Traum von der grenzenlosen Prosperität war zerplatzt – die „goldenen“ 20er zu Ende!

Die stark miteinander verflochtenen Wirtschaftssysteme der kapitalistischen Welt wurden von den Folgen des Debakels an der Wall Street der Reihe nach heimgesucht, denn die USA gaben damals den Ton an und hatten in den 1920ern die internationalen Investitions- und Handelsflüsse mit dem nötigen Kapital versorgt. – Die Krise wurde rasch zur globalen Krise.

Deutschland hing damals – wie viele andere Länder auch – von den Geldflüssen jenseits des Atlantiks ab. Diese versiegten nun und dazu kam eine anhaltende Agrarkrise und die in den Jahren zuvor erfolgte Kapitalflucht an die Wallstreet, weil man am Höhenflug der Börse teilhaben wollte. Eine unheilvolle Kombination, die Arbeitslosigkeit, Firmenpleiten und den Rückgang der Investitionstätigkeit in ganz Zentraleuropa schon vor dem schwarzen Freitag verstärkt hatte.

Der Börsenkrachs von 1929 bildete dann den Auftakt zu der großen Depression der 1930er, zu einer Wirtschaftskrise, die in Deutschland sehr schnell in eine Staatskrise mündete. „Doch es wäre zu einfach, dieses Phänomen durch rein wirtschaftliche Gründe erklären zu wollen. Tatsächlich existierten in Deutschland schon lange vor der Weltwirtschaftskrise sehr mächtige Gruppierungen, die nur auf eine günstige Gelegenheit warteten, um das demokratische System zu Fall zu bringen. Der Ausbruch der Wirtschaftskrise lieferte ihnen diese Gelegenheit und führte zu ihrem Erstarken. Sie setzen eine Politik durch, die Deutschland [...] hin zu einem totalitären Regime führte, und am Ende den Weg für Hitler frei machte.“ (Ian Kershaw, Historiker und Hitler-Biograph)

(HA)



Abkürzungsverzeichnis