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Niederschrift der Evangelien

Zeitpunkt:
ab 70
Typ: Religion und Glaube (RG)
Euro Wert: 7,92

Evangelium, griech. „euaggelion“ bedeutet „gute Nachricht“ bzw. „frohe Botschaft“.

Meist versteht man unter den Evangelien die vier Schriften im Neuen Testament, die den „Evangelisten“ Markus, Matthäus, Lukas und Johannes zugeschrieben werden. Insgesamt sind über 50 Schriften überliefert, die als Evangelien bezeichnet werden können. Zu solchen Texten zählen zum Beispiel das Petrus- oder das Thomas-Evangelium.

Das älteste der vier sogenannten kanonischen Evangelien ist das Markus-Evangelium; es wird in die Jahre ab 70 n. Chr. datiert; die zeitliche Einordnung der Schrift erlaubt u.a. ein Hinweis auf die Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahr 70. Das Matthäus-Evangelium setzt das Markus-Evangelium voraus und dürfte vor 100 n. Chr. entstanden sein. Das Lukas-Evangelium ist schwerer zu datieren; es wurde ebenfalls nach 70 verfasst.

Als schwierig erweist sich auch die zeitliche Einordnung des Johnannes-Evangeliums; die Niederschrift erfolgte wahrscheinlich auch vor 100 n. Chr.

Die Entstehung der Evangelien wird auf das Bedürfnis zurückgeführt, das Wirken Jesu festzuhalten. Zur Zeit der Abfassung der Texte lebten keine Personen mehr, die Jesus persönlich gekannt hatte. Schriftliche und mündliche Informationen wurden in den Evangelien verarbeitet. Diese Schriften handeln von Jesu Leben, seinen Lehren, seiner Leidensgeschichte und seinem Sterben sowie der Auferstehung – sie werden aber weniger als Biographie Jesu angesehen, sondern sollen vielmehr Glaubensinhalte vermitteln.

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Beginn des Johannesevangeliums aus dem Papyrus Bodmer II

Das Johannes-Evangelium unterscheidet sich in einigen Aspekten von den anderen drei Schriften, die als synoptische (von griech. „synopsis“ „Übersicht“, „Überblick“) Evangelien bezeichnet werden. Im Johannes-Evangelium wirkt Jesus vor allem in Jerusalem; es beinhaltet weniger Wunder, keine Exorzismen und lange Reden anstatt Gleichnisse.

(BG)

David Balch, s.v. Evangelium, in: Der Neue Pauly, Bd. 4, Stuttgart –Weimar 1998, Sp. 325-328 [übers. H. Cancik-Lindemaier].

Hans Conzelmann – Andreas Lindemann, Arbeitsbuch zum Neuen Testament, UTB für Wissenschaft, Uni-Taschenbücher 52, J.C.B.Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1991 (10.Aufl.).

Gregor Weber, Die antiken Menschen und ihre Götter. Christlich, in: Eckhard Wirbelauer (Hg.), Oldenbourg Geschichte Lehrbuch, Antike, R. Oldenbourg Verlag 2004, S. 250-262, hier 251.



Abkürzungsverzeichnis


Evangeliar
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Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (Joh 1,1)
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